Machen Fringe Benefits zufrieden?

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Machen Fringe Benefits zufrieden?

In meiner Masterarbeit von letztem Jahr bin ich der Frage nachgegangen, welchen Nutzen Fringe Benefits haben. Es interessierte mich, was mit der Arbeitszufriedenheit passiert, wenn Fringe Benefits durch monetäre Lohnzahlungen ersetzt werden. Unter Fringe Benefits sind Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmenden zu verstehen, welche geldwert sind aber nicht in Form von Geld ausgerichtet werden. Typische Fringe Benefits sind gemäss Bundesamt für Statistik Firmenparkplatz, Auto und Mobiltelefon für den Privatgebrauch. Auch die Zahlung von Versicherungen und Vergünstigungen auf Produkte des Arbeitgebers sind hoch im Kurs.

Für meine Forschung baute ich ein Modell, welches Motivation, Arbeitszufriedenheit und Anteil Fringe Benefits berücksichtigt. Mit Anteil Fringe Benefits ist der Anteil an der gesamten Entlöhnung gemeint – also monatliche Lohnzahlung und Fringe Benefits. Die Motivation unterteilte ich in intrinsische und extrinsische Motivation. Befragt habe ich für meine Arbeit in der Informatik Arbeitende. Gerade der Zusammenhang von Informatikern und extrinsischer Motivation war interessant; er war nämlich nicht nachvollziehbar – oder signifikant, wie es wissenschaftlich korrekt heisst. Einige Informatiker lassen sich offenbar durch Lohn und Karrierechance anspornen, andere nicht. Interesse an Lohn und Karriere ist typisch für hohe extrinsische Motivation.

Nach intensivem durchackern von knapp 100 Quellen war dann der Fall für mich klar: „Fringe Benefits machen Arbeitnehmende zufriedener!“ Das war der Tenor der Artikel rund um das Thema. Wenn diese Leistungen so positive Auswirkungen haben, dann sind Arbeitnehmende mit einem hohen Anteil entsprechend zufriedener. Nach der Auswertung des Fragebogens zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Grundsätzlich hat der Anteil Fringe Benefits auf tief und mittel motivierte Informatiker kaum Einfluss. Bei den hoch motivierten hingegen ist der Einfluss sogar negativ. Hoch motivierte mit einem tiefen Anteil Fringe Benefits waren zufriedener, als Berufskolleginnen und -kollegen mit vielen Benefits. Eine hohe Motivation führte immer zu einer hohen Zufriedenheit. Dieser Effekt wurde durch hohe Fringe Benefits abgeschwächt.

Die Gründe für die gefundenen Resultate sind vielfältig – diese habe ich in der Arbeit im Detail beleuchtet. Ein wichtiger Grund ist sicher Wertschätzung, welche sich nicht durch Fringe Benefits ersetzen lässt. Diese macht Arbeitnehmende zufrieden und sollte nicht auf der Strecke bleiben. Zusammenfassend mein Ratschlag an Arbeitgeber in der Informatik: Schätzen Sie Ihre Informatiker persönlich wert, Sie können sie nicht durch Reka-Checks oder Mobiltelefone kaufen…