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Was bringt ein Fitnessarmband

Was bringt ein Fitnessarmband

Sie haben sich sicher schon gefragt, was ein Fitnessarmband für einen Nutzen hat. Kleine Helfer die Schritte zählen gibt es ja schon eine gefühlte Ewigkeit. Ich erinnere mich an ein Werbegeschenk Anfang der Neunziger, welches ich als Kind begeistert schüttelte – um es dann nach fünf oder zehn Minuten wegzulegen. Nach dem ersten Test war die Begeisterung auch gleich wieder verflogen. Heute trage ich ein Fitnessarmband, welches ebenfalls meine Schritte zählt. Und dieses Armband trage ich bereits seit zwei Jahren. Warum?

Pluspunkte

Aus meiner Sicht der wichtigste Grund, warum ich das Armband trage; es vibriert bei Anruf oder Nachricht. Das klingt einerseits simpel, andererseits hat es mit Fitness wenig zu tun. Aber dadurch verpasse ich kaum mehr einen Anruf. Gleichzeitig ist mein Handy immer auf lautlos eingestellt. Da ich den Stamina-Modus beim Handy verwende, werde ich aber kaum durch Nachrichten gestört. Dieser Modus bewirkt, dass das Handy nur dann eine Datenverbindung macht, wenn der Bildschirm an ist. Sonst bleibt es ruhig und das Armband vibriert auch nicht bei jeder WhatsApp-Nachricht. Facebook darf mein Armband gar nicht vibrieren lassen. Zum Glück sind die Apps auswählbar, welche Meldungen ans Armband leiten dürfen. Gerade in Verbindung mit dem Handy ist die Vibration zum Wecken sehr angenehm. Entweder wähle ich den Schlafphasenwecker der Software oder lasse das Armband mit dem Wecker der Handyuhr vibrieren. Wie effektiv das Armband meine Schlafphasen erkennt kann ich hingegen nicht beurteilen. In jedem Fall empfinde ich diese Art von wecken angenehmer.

Übersicht
oben: grafische Darstellung der Tätigkeit. unten: die gemessenen Werte eines Tages.

Die Software zeigt neben den Anzahl Schritten eine Vielfalt von Informationen: Kalorienverbrauch, Geh- und Laufzeit, Schlaufdauer sowie Velofahren und Transport habe ich aktiviert. Mit einem neueren Armband könnte dazu noch mein Puls gemessen werden. Die weiteren Angaben informieren über meine die App-Nutzung. Too much information. Darum habe ich diese Funktionen deaktiviert. Entgegen den Anzahl Schritten an einem Tag, kann ich mit der Anzahl Fotos eines Tages nun wirklich nichts anfangen. Auch will ich nicht wissen, wann und wie lange ich den Browser offen hatte.

Abzüge

Negativ fällt mir beim Smartband immer wieder die Genauigkeit auf. Fahre ich zu schnell Velo, notiert die Software Transport, womit Autofahren oder öffentlicher Verkehr gemeint ist. Sitze ich ruhig im Büro, notiert das die Software auch schon mal eine Velotour von ein paar Stunden  – Kalorienverbrauch inklusive. Wäre alles nicht so schlimm, da die Angaben im nachhinein korrigiert werden können. Ärgerlich war aber meine Velotour über die Schwägalp, welche als kleine Wanderung notiert wurde – vielleicht war ich einfach zu langsam. Irgendwie war ich dann doch etwas enttäuscht. Andererseits kann ich Schritte von der Bushaltestelle nach Hause zählen und die Software zählt plusminus die selbe Anzahl. Für ungenaue Resultate lohnt sich der zusätzliche Stromverbauch im Smartphone dann nicht wirklich. Auch präsentiere ich dem Softwareanbieter meinen Standort und paramedizinische Daten. Für mich ein hoher Preis dafür, dass er mich nicht mehr motiviert. Dazu wären wahrscheinlich die sogenannten Herausforderung gedacht. Diese sind jedoch nur auf Schritte ausgerichtet. Wie ich diese mache interessiert die Software nicht. Ebenfalls fehlt eine Bewertung für Velofahren oder anderen Sport. Die gesammelten Punkte hieven mich zwar aktuell auf Level 15, motivieren kann mich die Funktion trotzdem nicht. Ich weiss schlicht nicht, was Level 100 zu bedeuten hat.

Herausforderung
Ich sammle Punkte ohne triftigen Grund. Eine Motivation bringt mir die Funktion dadurch nicht.

Fazit

Der Nutzen meines Fitnessarmbandes bleibt auch nach knapp zwei Jahren gering. Die wichtigste Funktion ist die Alarmierung per Vibration bei einem Anruf. Die Motivation mehr Sport zu machen, verfehlt die Software. Was bleibt ist ein modisches Accessoire, welches just den Platz einnimmt, welcher mein Handy vor gut 15 Jahren verdrängt hat: Das Armband ist anstelle der Armbanduhr zu finden. Diese war wegen der Uhr im Handy nicht mehr nötig.

Hinweise zum Test:

Ich habe nicht alle möglichen Funktionen erwähnt. Das verwendete Handy war ein Sony Xperia Z1 Compact, das Smartband ein Sony SWR10. Dazu verwende ich die Software Lifelog, von welcher auch die Screenshots stammen. Das Beitragsfoto stammt von Sony.

 

Artikel über Fringe Benefits im Swiss IT Magazine

Artikel über Fringe Benefits im Swiss IT Magazine

In der Juli-Ausgabe des Swiss IT Magazine (SITM) ist ein Artikel von mir erschienen. Der Artikel „Mehr Lohn oder
Fringe Benefits?“ basiert auf meiner Master Thesis. Besten Dank an Marcel Wüthrich, Chefredaktor SITM, für die Unterstützung bei meiner Thesis und bei der Entstehung dieses Artikels.

Viel Freude beim Lesen:

Artikel Swiss IT Magazine

Quelle: Swiss IT Media GmbH 2016

Mythos ICE: wie Sie ihr Handy auf den Emergency vorbereiten

Mythos ICE: wie Sie ihr Handy auf den Emergency vorbereiten

Nennen Sie Ihren Partner auch ICE1? Sind Mama und Papa bei Ihnen im Handy unter ICE2 und 3 gespeichert? Falls ja: Vergessen Sie diese gut gemeinte aber umständliche Lösung. Es bringt nichts, zumindest wenn Ihr Handy über einen Sperrcode verfügt. Und einen Sperrcode ist wärmstens zu empfehlen – aber das ist ein anderes Thema.

Kommen wir zurück auf die drei Buchstaben ICE, mit welchen viele ihre Liebsten im Telefonbuch kennzeichnen. Diese stehen weder für Eis, noch für eine schnelle Transportvariante auf Schiene. ICE steht für In Case of Emergency. Damit sind Anweisungen an Retter zu verstehen. Im Falle eines medizinischen Notfalls können diese Informationen wie Allergien, Medikation, Blutgruppe und eben die Nummern der Angehörigen vom Handy ablesen. Diese Informationen können helfen, wenn der Verunfallte nicht mehr ansprechbar ist. Notfallkontakte im Telefonbuch mit ICE zu kennzeichnen bringt jedoch wenig. Ist das Handy gesperrt, so ist das Telefonbuch nicht zugänglich.

Die Lösung um die Informationen den Rettern zugänglich zu machen ist einfach: Besitzer eines iPhones notieren die Daten in Apple Health. Android-Nutzer verwenden die spezielle ICE-Funktion im Telefonbuch. Ist diese nicht vorhanden, können Notfallkontakte in die Besitzerinformation eingetragen werden. In jedem Fall sollen diese Informationen im Sperrbildschirm erscheinen. Ein Hintergrundbild mit den wichtigsten Informationen wäre ebenfalls eine Lösung.

Auf den Sperrcode zu verzichten, um Helfern so Zugriff aufs Telefonbuch zu verschaffen, ist hingegen keine gute Idee. Denken Sie daran, dass ein Finder oder Dieb Ihres Handys so ebenfalls Zugriff auf alle Daten hat. Das wäre keine gute Idee. Wahrscheinlich werden die ICE-Informationen öfters von ehrlichen Findern, als von medizinischem Personal gesehen. Denken Sie also bei der Eingabe der Daten auch an ehrliche Finder und möglichen Missbrauch. Und last but not least: Richten Sie die ICE-Information jetzt ein.

Machen Fringe Benefits zufrieden?

Machen Fringe Benefits zufrieden?

In meiner Masterarbeit von letztem Jahr bin ich der Frage nachgegangen, welchen Nutzen Fringe Benefits haben. Es interessierte mich, was mit der Arbeitszufriedenheit passiert, wenn Fringe Benefits durch monetäre Lohnzahlungen ersetzt werden. Unter Fringe Benefits sind Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmenden zu verstehen, welche geldwert sind aber nicht in Form von Geld ausgerichtet werden. Typische Fringe Benefits sind gemäss Bundesamt für Statistik Firmenparkplatz, Auto und Mobiltelefon für den Privatgebrauch. Auch die Zahlung von Versicherungen und Vergünstigungen auf Produkte des Arbeitgebers sind hoch im Kurs.

Für meine Forschung baute ich ein Modell, welches Motivation, Arbeitszufriedenheit und Anteil Fringe Benefits berücksichtigt. Mit Anteil Fringe Benefits ist der Anteil an der gesamten Entlöhnung gemeint – also monatliche Lohnzahlung und Fringe Benefits. Die Motivation unterteilte ich in intrinsische und extrinsische Motivation. Befragt habe ich für meine Arbeit in der Informatik Arbeitende. Gerade der Zusammenhang von Informatikern und extrinsischer Motivation war interessant; er war nämlich nicht nachvollziehbar – oder signifikant, wie es wissenschaftlich korrekt heisst. Einige Informatiker lassen sich offenbar durch Lohn und Karrierechance anspornen, andere nicht. Interesse an Lohn und Karriere ist typisch für hohe extrinsische Motivation.

Nach intensivem durchackern von knapp 100 Quellen war dann der Fall für mich klar: „Fringe Benefits machen Arbeitnehmende zufriedener!“ Das war der Tenor der Artikel rund um das Thema. Wenn diese Leistungen so positive Auswirkungen haben, dann sind Arbeitnehmende mit einem hohen Anteil entsprechend zufriedener. Nach der Auswertung des Fragebogens zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Grundsätzlich hat der Anteil Fringe Benefits auf tief und mittel motivierte Informatiker kaum Einfluss. Bei den hoch motivierten hingegen ist der Einfluss sogar negativ. Hoch motivierte mit einem tiefen Anteil Fringe Benefits waren zufriedener, als Berufskolleginnen und -kollegen mit vielen Benefits. Eine hohe Motivation führte immer zu einer hohen Zufriedenheit. Dieser Effekt wurde durch hohe Fringe Benefits abgeschwächt.

Die Gründe für die gefundenen Resultate sind vielfältig – diese habe ich in der Arbeit im Detail beleuchtet. Ein wichtiger Grund ist sicher Wertschätzung, welche sich nicht durch Fringe Benefits ersetzen lässt. Diese macht Arbeitnehmende zufrieden und sollte nicht auf der Strecke bleiben. Zusammenfassend mein Ratschlag an Arbeitgeber in der Informatik: Schätzen Sie Ihre Informatiker persönlich wert, Sie können sie nicht durch Reka-Checks oder Mobiltelefone kaufen…